Neuer Anlauf bei Kühne & Nagel

Die Arbeitnehmervertreter beim Transport- und Logistikunternehmen Kühne & Nagel geben nicht auf: Seit mehr als zehn Jahren bemühen sie sich um die Gründung eines Europäischen Betriebsrats. Mit Hilfe der Europäischen Transportarbeiterföderation (ETF) wird nun ein neuer Anlauf unternommen. Ein von der EU-Kommission finanziertes Projekt ermöglicht den Arbeitnehmervertretern von Kühne & Nagel erstmals die Durchführung europaweiter Treffen und Seminare. Die Unternehmensleitung versucht seit Jahren, die Einrichtung eines EBR zu verhindern, obwohl die Rechte der Arbeitnehmervertreter längst vom Europäischen Gerichtshof bestätigt worden sind. Von der ETF wurde Hellmut Gohde (TCI) als Sachverständiger für das Projekt beauftragt. Zur Zeit bemüht sich das Projektteam um Kontakte zu möglichst vielen Arbeitnehmervertretungen bei Kühne&Negel in Europa.

 

Einstimmige Entscheidung: Cookson EBR gründet neues BVG

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EBR Cookson

Als einer der ersten Europäischen Betriebsräte hat das Cookson European Consultation Forum (ECF) auf die neue EBR Richtlinie reagiert und die bestehende EBR-Vereinbarung gekündigt. Nachdem alle Verhandlungen während der Laufzeit der bestehenden Vereinbarung gescheitert waren, wurde das ECF im Sommer 2009 aufgelöst. Bereits einen Tag nach der Auflösung stellten die Arbeitnehmervertreter den Antrag für die Gründung eines Europäischen Betriebsrats. Das neu gebildete Besondere Verhandlungsgremiums (BVG) kommt im Dezember 2009 erstmals zusammen. Seit der Gründung des ECF im Jahr 2005 hatten fortlaufende Meinungsverschiedenheiten mit der englischen Unternehmensleitung eine wirksame Interessenvertretung behindert. Unterschiedliche Auffassungen bestanden v.a. in den Fragen der rechtzeitigen Unterrichtung und Anhörung sowie nach den Arbeitsmöglichkeiten des Lenkungsauschusses. Das in der Vereinbarung vorgesehene und von den Arbeitnehmervertretern 2007 eingeleitete Schlichtungsverfahren war ergebnislos verlaufen, da beide Seiten sich nicht auf einen gemeinsamen Schlichter einigen konnten.

Bisherige Cookson ECF Vereinbarung (Englisch)

Hapag Lloyd erhält eigenen Euro-Betriebsrat

Die Hamburger Traditionsreederei Hapag Lloyd bekommt nach dem Verkauf des Unternehmens durch die TUI AG einen eigenen EBR. Mit dem offiziellen Verkauf übernahm der bisherige Schifffahrtsausausschuss des TUI-Europaforums die Aufgabe des Europäischen Betriebsrats Hapag Lloyd. Der Ausschuss hatte bislang innerhallb des TUI Konzerns die Interessen der europäischen Beschäftigten aus der Schifffahrt vertreten. Der Schifffahrtsausschuss agiert gleichzeitig als Besonderes Verhandlungsgremium mit dem Ziel, eine eigene EBR Vereinbarung für Hapag Lloyd auszuhandeln. Ende 2008 hatten sich die Arbeitnehmervertreter und die Unternehmensleitung auf dieses Verfahren geeinigt. Hapag Lloyd war in einem Aufsehen erregenden Bieterwettbewerb von der TUI AG an eine Hamburger Investorengruppe verkauft worden. Die Betriebräte hatten sich mit zahlreichen Aktionen für diese „Hamburger Lösung“ engagiert. Für den Fall eines Verkaufs an den Wettbewerber aus Singapur war eine Verlagerung des Unternehmenssitzes befürchtet worden.